Turnen 1. Bundesliga - Monheim siegt in dramatischem Herzschlagfinale

Das war nichts für schwache Nerven, denn was die beiden Mannschaften aus Schwäbisch Gmünd-Wetzgau und Monheim am Samstagabend den Zuschauern in der vollen Monheimer Stadthalle boten, war an Spannung und Dramatik kaum zu überbieten und endete schließlich mit einem denkbar knappen 45:43-Erfolg für die bayerischen Schwaben. Dementsprechend ausgelassen feierten die Monheimer minutenlang mit ihren Fans den kaum noch für möglich gehaltenen Sieg, während die Gäste nicht fassen konnten, was da soeben passiert war. Schließlich hatte der bis dahin Tabellenletzte die erstmalige Führung zum Gewinn des Wettkampfes genutzt und damit einen sicher scheinenden Start-Ziel-Sieg der Wetzgauer zunichte gemacht. Zwar ist mit diesem Ergebnis noch keine definitive Entscheidung um den Klassenerhalt gefallen, doch dürfte es mit Blick auf den abschließenden Wettkampftag für den Deutschen Meister des Jahres 2013 sehr schwer werden, den Abstieg noch zu vermeiden. Dabei sah es zunächst einmal nach einem klaren Erfolg für den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau aus. Die Gäste aus Baden-Württemberg lagen nach den ersten drei Bodenduellen nämlich schon mit 12 Punkten in Führung und gewannen das erste Gerät auch sehr deutlich mit 12:5. Am Pauschenpferd zeigte sich Monheim etwas stabiler als der Gegner, so dass der Rückstand um weitere zwei Punkte schrumpfte. Mit einem herausragenden Vortrag sicherte sich Florian Lindner im ersten Duell an den Ringen sensationelle vier Punkte gegen keinen geringeren als Helge Liebrich. Mit dieser Leistung setzte er dem Gegner ein deutliches Ausrufezeichen und inspirierte damit offensichtlich auch die eigene Mannschaft, weiterhin an den Sieg zu glauben, denn bis zu Pause hatten sich die Hausherren auf ein 23:25 herangekämpft. Am Sprung konnte Schwäbisch Gmünd-Wetzgau den Vorsprung jedoch wieder um zwei Punkte ausbauen. Absolut ausgeglichen ging es dann am Barren zu, wobei Klaus Kirchberger zunächst nur vier Punkte gegen den starken Nikita Ignatyev abgeben musste und James Hall fünf Punkte gegen Helge Liebrich erturnte. Insgesamt endete das Barrenturnen mit einem Unentschieden, so dass der TSV Monheim mit 35:39 vor dem letzten Gerät zurücklag. Wetzgau versuchte nun die Entscheidung herbeizuführen und sicherte sich in der ersten Begegnung Bart Deurloo gegen Klaus Kirchberger vier Punkte. Bei noch drei ausstehenden Duellen lagen die Gäste jetzt schon fast uneinholbar mit acht Punkten in Führung. Jedoch erledigten im Anschluss Florian Lindner und James Hall mit jeweils drei Punkten ihre Aufgaben sehr souverän - und plötzlich kam noch einmal Hoffnung auf. Nun musste ausgerechnet der erst 15-jährige Norik Friedel versuchen, den zwei Punkte Rückstand noch aufholen. Sein Gegner, Dominik Pfeifer, hatte mit einer durchgeturnten Übung die Aufgabe zusätzlich erschwert. Offensichtlich unbeeindruckt von der Situation spulte der jüngste Monheimer sein Programm souverän ab und avancierte mit vier Punkten zum Matchwinner der Begegnung. Als das Ergebnis auf der Anzeigetafel aufleuchtete, gab es kein Halten mehr. Eine unfassbare Mannschaftsleistung hatte ein glückliches Ende gefunden. Betrachtet man die gesamte Saison, so hatte für Wetzgau der Ausfall ihres Olympiateilnehmers Andreas Toba letztlich dramatische Folgen, während Monheim die vielen im Vergleich dazu kleineren Ausfälle durch eine geschlossene Mannschaftsleistung kompensieren konnte. Für den Monheimer James Hall gab es neben dem Sieg noch einen weiteren Grund zur Freude. Durch den Gewinn der Topscorerwertung dieses Wettkampfs rangiert der Brite mittlerweile hinter Barrenolympiasieger Oleg Verniaiev auf Platz zwei der Topscorergesamtliste in der 1. Bundesliga.