In der Nachholbegegnung des fünften Wettkampftages musste der TSV Monheim eine deutliche 5:76-Niederlage (Geräteergebnis 0:12) gegen die TG Saar hinnehmen und bleibt weiterhin sieglos auf dem letzten Tabellenplatz. Allerdings waren die Monheimer ersatzgeschwächt angetreten, während die Gäste aus dem Saarland in absoluter Bestbesetzung an die Geräte gingen und eine sehr beeindruckende Leistung zeigten. So entwickelte sich von Beginn an eine einseitige, aber dennoch hochinteressante Begegnung, da der Titelanwärter mit vollem Einsatz zur Sache ging. Allen voran Barrenweltmeister Oleg Verniaiev bestach mit sehr hohen Ausgangswerten und spektakulären Elementen, was die Zuschauer ein ums andere Mal in Staunen versetzte. Bereits am Boden verloren alle vier Monheimer ihre Duelle mit jeweils vier Punkten, wobei nur Cameron Mackenzie solide durch seine Übung kam. Besser lief es dann am Pauschenpferd, allerdings war hier durch das Fehlen von Klaus Kirchberger und Cameron Mackenzie ebenfalls nichts zu holen. Für das Highlight an diesem Gerät sorgte Waldemar Eichhorn von der TG Saar mit einer Übung, die fast ausschließlich aus gespreizten Kreisflanken und Handstanddrehungen über das Gerät bestand – einer ungewöhnlichen, aber sehr modernen und interessanten Art des Seitpferdturnens. Realistische Möglichkeiten zu den ersten Punkten zu kommen hätte es für die Gastgeber dann an den Ringen gegeben, aber auch hier blieb Monheim trotz sehr guter Leistung ohne Scorepoints. Den Grund dafür brachte Gästemannschaftsführer Thorsten Michels im anschließenden Interview auf dem Punkt als er sagte: „An den Ringen hatten wir Glück, da hat sich Monheim einfach verzockt.“ Damit ergab sich zur Pause ein ernüchternder Zwischenstand von 41:0 für die TG Saar. Beim dritten Sprungduell konnte Cameron Mackenzie dann endlich den ersten Punkt für sein Team erturnen. Der Beifall war gerade verhallt, da sorgte Oleg Verniaiev mit seinem Überschlag und anschließendem Doppelsalto mit halber Drehung in den absolut sicheren Stand für den nächsten Paukenschlag. Am Barren gab es wieder Grund zur Freude für Monheim, als Lukas Schlotterer einen groben Fehler seines Kontrahenten Ivan Bykov ausnutzte und vier Punkte erzielte. Dennoch blieben auch die Gastgeber nicht fehlerfrei und verloren das Barrenturnen noch recht deutlich. Als Höhepunkt des Abends durften die Zuschauer dann die Übung von Oleg Verniaiev bewundern. Ein mit allen erdenklichen Schwierigkeiten gespickter Vortrag und einem sensationellen Ausgangswert von 7,1 sorgte für Riesenbegeisterung in der Monheimer Halle, obwohl der Ukrainer das Gerät sogar einmal verlassen musste. Die Entscheidung war zwar schon längst gefallen, doch schalteten die Saarländer jetzt am Reck keinen Gang zurück, sondern drehten noch einmal richtig auf. Mit vier spektakulären Übungen schraubten sie das Ergebnis auf einen 71 - Punkte - Vorsprung hoch. In dieser Form mit Weltklasseathlet und Topscorer Oleg Verniaiev (24 Punkte) ist die TG Saar ein ernsthafter Meisterschaftskandidat. Für den TSV Monheim gibt es aber keinen Grund zum Trübsalblasen. Viele Übungen liefen schon sehr souverän. Zudem hat sich bei Julius Rabenstein der Wechsel nach Chemnitz bereits positiv bemerkt gemacht. Gelingt es dann noch die Fehlerquote zu reduzieren, und haben die Monheimer wieder einen Sechskämpfer auf der Ausländerposition, dann stehen die Chancen auf den Klassenerhalt recht gut. Auf alle Fälle dürfen sich die Zuschauer beim nächsten Heimwettkampf am 7. November auf ein ganz anderes, nämlich sehr spannendes Duell gegen Abstiegskonkurrent Obere Lahn freuen.
Bildunterschrift: Gegen die übermächtige TG Saar gab es dieses Mal nichts zu holen – Florian Lindner vom TSV Monheim am Reck.