Turnen 1. Bundesliga: KTG Heidelberg – TSV Monheim

Herzschlagfinale im Hexenkessel

 

Der TSV Monheim bleibt nach atemberaubenden Finale erstklassig Die Vorzeichen schienen klar zu sein: Im Aufstiegsfinale vor genau einem Jahr trennten sich die KTG Heidelberg und der TSV Monheim bereits Unentschieden. Nun trafen die Kontrahenten am letzten Wettkampftag der ersten Kunstturnbundesliga abermals aufeinander und es ging abermals um nichts Geringeres als darum, wer die nächste Saison in der deutschen Eliteliga bestreiten darf. Nach dem Credo „Wer gewinnt, bleibt oben“ war ein spannendes Duell vorprogrammiert – und das wurde den Zuschauern und Betreuern, der TSV wurden von einem ausverkauften Bus voller Fans unterstützt, auch präsentiert.

Ein Wettkampf, der an Dramatik und Spannung nicht zu überbieten war! Das erste Gerät ging trotz sauber geturnter Darbietungen der Schwaben aufgrund der schwierigeren Übungen noch mit 9:4 erwartungsgemäß an die Gastgeber der KTG. Direkt im Anschluss zeigte der TSV allerdings seine Stärke, gewann das Pauschenpferd (3:9) und die Ringe (2:12) souverän, und setzte sich damit zur Pause mit 14:25 ab. Der Sprung war wieder klar in der Hand der Heidelberger (7:3), die daraufhin wieder bis auf 21:28 herankamen.

Am Barren zeigte sich nun bereits, dass dieser Wettkampf wohl bis zum Schluss offen bleiben würde: Heidelbergs Turner behielten die Nerven, turnten etwas sauberer und gewannen das Gerät mit 9:2, aus Sicht der Monheimer Mannschaft unerwartet deutlich. Stand vor dem letzten Gerät: 30:30!

Zu diesem Zeitpunkt waren die Gedankenspiele beinahe zu hören: Bei einem abermaligen Unentschieden zwischen diesen beiden Mannschaften hätten nämlich beide den Klassenerhalt geschafft, da sich im parallel stattfindenden Wettkampf des KTV Obere Lahn gegen den TV Schwäbisch Gmünd-Wetzgau bereits abzeichnete, dass erstere verlieren würden und somit im Fall der Fälle abstiegen. Erstes Duell am Reck der KTG gegen den TSV: 3 Punkte für den norwegischen Turner aus dem Lager der Heidelberger gegen James Hall aus Monheim. Im zweiten Duell hielt Florian Lindner dagegen und holte gegen Michael Wilhelm ein Unentschieden heraus. Artjem Weimer holte anschließend gegen den Ex-Nationalturner Matthias Fahrig wiederrum 4 Punkte nach Monheim. 33:34 vor dem letzten Duell: Lukas Schlotterer behielt die Nerven, und spulte sein Programm routiniert ab, ebenso sein Gegner Daniel Morres. Die gesamte Halle starrte gespannt auf die Anzeigetafel – als das Ergebnis bekannt gegeben wurde brach die gesammelte Anspannung auf einmal aus allen heraus: Unentschieden im letzten Duell!! Man lag sich in den Armen, die Fans stürmten die Halle, der TSV gewann mit 33:34 und bleibt damit auch nächste Saison im Oberhaus der Deutschen Turnliga!

 

Für den TSV war es das erste Mal überhaupt, dass in der stärksten Liga Europas zwei der sieben Wettkämpfe gewonnen werden konnten, womit sich das Team um Trainer Mario Reichert am Ende sogar noch an der KTV Obere Lahn, diese haben letztes Wochenende gegen den TSV verloren und hatten auch dieses Wochenende das Nachsehen, vorbeischieben konnte und auf dem 6. Platz der Tabelle die Saison abschloss (in einer hypothetischen Rückrundentabelle sogar auf dem 4. Platz). Die geschlossene Mannschaftsleistung, bei der selbst unter dem extremen Druck alle die Nerven behielten, gab am Ende den Ausschlag, ein besonderer Dank geht an die beiden Briten James Hall (abermals Top-Scorer des Wettkampfes) und Dominick Cunningham, dem Neuzugang Florian Lindner und nicht zuletzt den beiden Garanten Artjem Weimer und Lukas Schlotterer.

 

Ohne die heimische Unterstützung der mitgereisten Fans wäre dieser Erfolg gegen die Kulisse im Heidelberger Hexenkessel jedoch sicherlich nicht möglich gewesen – ein riesengroßes Dankeschön an die überragende Unterstützung!!

 

Bildunterschrift:

Die überglückliche Mannschaft des TSV Monheim mit der überragenden Fankulisse nach der Gewissheit des Klassenerhalts.