Einen ganz besonderen Moment erlebten die Turner des TSV Monheim am Samstagabend in der heimischen Stadthalle. Mit einem 42:29 über die KTV Obere Lahn errangen die Nordschwaben erstmals nach zehn Jahren wieder einen Sieg in der 1. Bundesliga und gaben dadurch den letzten Tabellenplatz an die KTG Heidelberg ab.
Dabei erwischten die Gäste aus Hessen den besseren Start. Durch solide Vorträge entschieden sie das erste Gerät mit 8:6 für sich, auch weil Monheim hier nicht fehlerfrei blieb. Ein ähnliches Bild ergab sich am Seitpferd. Obere Lahn agierte taktisch klug und profitierte letztendlich von einem Absteiger der Monheimer zum 8:7-Gerätesieg.
An den Ringen war jedoch auf die Stärke der Gastgeber verlass. Höhere Qualität im Inhalt und in der Ausführung verhalfen den Monheimern zu einer 22:18-Pausenführung, die Lukas Schlotterer erst im letzten Duell mit einer starken Vorstellung sicherstellte. Dass Monheim die Wettkampfpause auch zur Erhöhung der Ausgangswerte genutzt hatte, zeigte sich am Sprung.
Sowohl Artjem Weimer mit einem Tsukahara mit eineinhalb Schrauben als auch Julius Rabenstein mit einem spektakulären Überschlag-Doppelsalto präsentierten erstmals erhöhte Schwierigkeitsgrade und holten dafür zwei Punkte bzw. ein Unentschieden. Dadurch war der Vorsprung bereits auf acht Zähler angewachsen. Als aber Artjem Weimer am Barren seinen Abgang nicht in den Stand brachte, und Florian Lindner die Punkte dem noch besseren Andrey Likhovitskiy überlassen musste, keimte noch einmal Hoffnung für die Gäste auf. Diese machten James Hall und Lukas Schlotterer allerdings wieder zunichte, indem sie das Ergebnis auf eine Elf-Punkte-Führung ausbauten. Auch beim Reckturnen zeigte Monheim die etwas ausgeglichenere Leistung, während Obere Lahn mit einigen kleinen Schwierigkeiten kämpfte. Nach dem zweiten Duell war dann schließlich auch rechnerisch die Entscheidung gefallen, welche von den Zuschauern in der ausverkauften Halle laut- und gesangsstark gefeiert wurde. Den Gästen blieb als kleines Trostpflaster immerhin, dass sie den sechsten Tabellenplatz beibehalten und mit Andrey Likhovitskiy den Topscorer des Tages stellen konnten.
Der TSV Monheim dagegen gewann zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte nicht nur gegen einen Mitaufsteiger, sondern gegen eine Mannschaft, die bereits im Vorjahr erstklassig war. Mit dieser Teamleistung haben sich die Monheimer eine große Portion Selbstvertrauen für den Wettkampf am kommenden Samstag in Heidelberg geholt. Dort kommt es nun zu einem echten Finale um den Klassenerhalt, der sich höchstwahrscheinlich zwischen den beiden Aufsteigern entscheidet.
Damit die Fans ihre Mannschaft möglichst zahlreich unterstützen können, setzt der TSV Monheim einen Fanbus ein. Wer also live dabei sein möchte, kann sich unter www.tsv-monheim.com für die Fahrt nach Heidelberg anmelden.
Bildunterschrift: Starke Ringeleistung – Lukas Schlotterer hatte mit insgesamt 10 Scorepunkten einen großen Anteil am Sieg der Monheimer.