Turnen 1. Bundesliga - Eine großartige Saison

Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren bot sich im Rieser Sportpark von Nördlingen ein ähnliches Bild wie am vergangenen Samstagabend in Heidelberg. Turner, Trainer und Betreuer des TSV Monheim lagen sich in den Armen und feierten den Klassenerhalt, während die KTV Ries als Verlierer abgestiegen war. Monheim dagegen hatte sich mit einer starken Teamleistung ein weiteres Jahr Zweitklassigkeit gesichert.

Seitdem hat die Mannschaft ein völlig neues Gesicht bekommen. Langjährige Routiniers beendeten ihre Karriere oder suchten bei einem anderen Verein noch einmal eine neue Herausforderung. Andererseits heuerten mit Artjem Weimer und Lukas Schlotterer zwei Turner vom FC Bayern München, der trotz Bundesligaaufstieg kurzfristig seine Turnabteilung aufgelöst hatte, in Monheim an. Beide waren Sinnbild des Aufschwungs, der etwas überraschend nach dem Rückzug des Mitteldeutschen Turnteams Chemnitz/Halle im Aufstieg zur 1. Bundesliga mündete. Die Verpflichtung von Florian Lindner aus Chemnitz und den beiden Briten Dominick Cunningham und James Hall sollte dem Aufsteiger die endgültige Qualität bringen, um in der höchsten deutschen Liga bestehen zu können. Das Ergebnis ist bekannt. Auch die Heidelberger ereilte gegen Monheim das gleiche Schicksal wie zwei Jahre zuvor die KTV Ries, wenn auch eine Liga höher. Durch das denkbar knappe 34:33 war der Klassenerhalt für Monheim zum zweiten Mal nach 2005 besiegelt.

Dass in beiden Fällen eine gehörige Portion Glück im Spiel war, steht außer Frage. Doch war die Mannschaft auch jeweils in der Lage, auf eine extreme Drucksituation mit einer Topleistung zu antworten. Da wäre es ein wenig zu kurz gegriffen, diese Fähigkeit nur mit Zufall erklären zu wollen. Schließlich haben die Verantwortlichen immer ein feines Gespür für ein funktionierendes Gesamtgefüge bewiesen, indem ganz gezielt nicht nur leistungsstarke, sondern mindestens genauso mannschaftsdienliche Turner verpflichtet wurden.

So ist im Lauf der Saison eine Einheit zusammengewachsen, die beeindruckendes geleistet hat. Gerade in den beiden entscheidenden Wettkämpfen war spürbar, dass sie den Klassenerhalt unbedingt schaffen wollte. Dabei hat sie sich auch nicht von Rückständen oder Fehlern aus dem Konzept bringen lassen. Der Erfolg gründet sich zudem auf die Tatsache, dass es der Verein verstanden hat, Turnern, die keine entsprechende Unterstützung von ihrem Heimat- bzw. Ausbildungsverein bekommen, durch das Ligaturnen eine Wertschätzung entgegenzubringen und damit eine turnerische Heimat zu geben. Umgekehrt sind sie deshalb gerne bereit, für Monheim Verantwortung zu übernehmen.

Der Abstieg aus der 1. Bundesliga wäre demnach kein Beinbruch gewesen, weil alle Turner bereits für die kommende Saison auch für die 2. Bundesliga zugesagt hatten. Florian Lindner beispielsweise erfuhr zum ersten Mal, „dass Ligaturnen auch Spaß machen kann.“ Und Lukas Schlotterer erreichte mit Monheim, was er mit dem FC Bayern zuvor nicht geschafft hatte, nämlich den ersten Sieg in der 1. Bundesliga. Der bedingungslose Einsatz blieb natürlich auch den Fans nicht verborgen.

 

Die Zuschauer legten stets eine große Begeisterung an den Tag, egal ob bei der deutlichen Niederlage gegen die TG Saar oder beim spannungsgeladenen Duell mit der KTV Oberen Lahn. Deshalb bedankt sich der TSV Monheim bei allen Sponsoren, Helfern, Fans und sonstigen Beteiligten, denn sie alle sind ein Teil dieses großartigen Erfolges. Auf dieser Basis herrscht bereits jetzt große Vorfreude auf die neue Saison.

 

Tabelle: